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05.01.2022

Förderung eines 5G-Modellprojektes im Landkreis Böblingen


Mit 5G und „Smart Farming“ in die landwirtschaftliche Zukunft

Im Rahmen des 5G-Innovationswettbewerbs des Bundes hat sich der Landkreis Böblingen gemeinsam mit sieben Projektpartnern erfolgreich um die Förderung für ein Modellprojekt zum 5G-Ausbau in der Region beworben. Den Zuschlag gab es für das Projekt „5G-PreCiSe – 5G Pilot Region zu Cloud Infrastructure, Smart Farming & effizienter Düngung im Landkreis Böblingen“. Mit insgesamt rd. vier Millionen Euro Fördermitteln können nun mit 5G unterstützte, innovative Lösungen für eine ressourcenschonende und zukunftsfähige Landwirtschaft im Ballungsraum erarbeitet werden. „Ich freue mich sehr über den Zuschlag“, so Landrat Roland Bernhard. „Von den insgesamt 67 bundesweit geförderten Konzepten stammen 10 aus Baden-Württemberg, eins davon ist unseres. Ein tolles und zukunftsweisendes Projekt, das die Basis bilden kann für eine präzise Anwendung landwirtschaftlicher Bearbeitungsverfahren.“

Im Rahmen des Projekts werden auf den Versuchsfeldern des Ihinger Hofes bei Renningen neueste 5G-Technik und innovative Datenverarbeitung für den Anwendungsfall der Düngung erprobt. Am Projekt beteiligt sind: Universität Hohenheim, Hochschule Reutlingen, Robert Bosch GmbH, Rauch Landmaschinenfabrik GmbH, Seeburger AG, Advancing Individual Networks – AIN GmbH und Zentrum für Digitalisierung Landkreis Böblingen – ZD.BB GmbH. Die 5G-Technik ermöglicht die Erfassung von verschiedenen Umwelt-, Pflanzen- und Bodendaten in Echtzeit, zudem eine schnelle Datenverarbeitung und die Zusammenführung mit weiteren Informationen. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden ebenfalls in Echtzeit auf Schlepper und Landmaschine zurückgespielt und ermöglichen eine teilflächenspezifische und bedarfsorientierte Düngung.

Wesentliches Ziel ist, mit Hilfe der 5G-basierten intelligenten Düngung eine gesteigerte Ressourceneffizienz zu erreichen. Das Einsparen von Dünger und Kraftstoff kommt nicht nur dem Landwirt, sondern insbesondere auch der Umwelt und dem Klima zugute. Die „smarte Düngung“ dient als exemplarischer Anwendungsfall und soll auf andere Bereiche der Landwirtschaft übertragen werden.

Die Basis bildet das sogenannte „Precision Farming“. Gemeint ist damit die präzise Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln auf der Basis digital erfasster, flächenbezogener Daten. Die Datenerfassung erfolgt mittels Sensoren und satellitengestützter Positionsbestimmung. Sie umfasst zum Beispiel Bodeneigenschaften, Ertragsfähigkeit und Pflanzenzustände innerhalb eines Flurstücks. „Smart Farming“ baut auf dieser Technologie auf. Die erfassten Daten werden mit weiteren Informationen zusammengeführt und ausgewertet. Der Landwirt kann so stärker faktenbasiert als bisher entscheiden, etwa über die Menge der Düngegabe, den Erntezeitpunkt oder über die Fruchtfolge. Neben der bereits geschilderten Einsparung von Ressourcen soll der digitalisierte Prozess die Landwirte bei ihren Dokumentationspflichten und bei der Qualitätssicherung unterstützen.

Informationen zur Landwirtschaft im Kreis Böblingen

Der Landkreis Böblingen umfasst eine Fläche von knapp 62.000 ha. Landwirtschaftlich genutzt werden etwa 23.000 ha, davon zwei Drittel als Ackerland und ein Drittel als Grünland. Im Durchschnitt bewirtschaftet ein Betrieb rd. 40 Hektar, der Bundesdurchschnitt liegt bei etwa 60 Hektar. Entsprechend dem Strukturwandel hat die Anzahl der Betriebe über die letzten Jahrzehnte abgenommen, die Betriebsgrößen sind entsprechend gewachsen. Trotzdem ist die Landwirtschaft im Kreis im bundesweiten Vergleich kleinteilig.

Der Landkreis Böblingen betreibt eine Fachschule für Landwirtschaft, in der der landwirtschaftliche Berufsnachwuchs auf die Meisterprüfung vorbereitet wird. Zudem befindet sich eine Berufsschule für den Ausbildungsberuf Landwirt im Kreis. Zusammen mit dem Landkreis Tübingen betreibt der Landkreis Böblingen ein Zentrales Versuchsfeld in der Ackerbauregion Oberes Gäu. Dort werden neben Sortenversuchen auch produktionstechnische Versuche zu Düngung und Pflanzenschutz angelegt. Landwirte können neutrale Hinweise und Lösungsvorschläge zum ressourcenschonenden Führen der landwirtschaftlichen Kulturen erhalten.

Mit dem Ihinger Hof - eine Teilstation der Versuchsstation Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim - ist eine der bundesweit führenden Institutionen der agrarwissenschaftlichen Forschung und Entwicklung im Landkreis vertreten. Auf der Versuchsstation werden seit vielen Jahren in zahlreichen Forschungsprojekten unterschiedliche Smart Farming Technologien erforscht, weiterentwickelt und getestet.

Quelle: RAUCH


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